Karin Wisselinck als Rookie beim Ironman 70.3 Kraichgau

Wer hat was, wann, wo und bei welchem Wetter erreicht? Damit ist die Meldung über Ergebnisse fertig, vor allem eins ist wichtig: Geschwindigkeit, je schneller man die Leistung in die Welt hinausposaunt, desto besser war die Leistung!
Ich habe andere Prioritäten. Ein Ergebnis von meinen Athletinnen ist immer auch ein Ergebnis von mir, dient daher auch der Werbung für meine Angebote.
Jetzt könnte ich mehr oder ein besseres Marketing gut gebrauchen, aber das laufende Training meiner AthletInnen und laufende Kurse haben Vorrang.
Karin wurde Anfang Juni beim Ironman 70.3 Kraichgau 37. in der AK45, Gesamtzeit 6:31:26 (0:42:37 – 3:27:44 – 2:08:26). Das Wetter, muss ich schon nachsehen, war wie fast immer dieses Jahr recht warm.
Damit sind die  Zahlen für die 1:0 -Berichterstattung schon durch, aber sehen wir es uns genauer an.

Die Vorbereitung

Karin hatte praktisch keinen sportlichen Background, kam letzten Sommer zu mir und wollte das Kraulen lernen.
„Au weia, W45, kein Sport, das kann länger dauern mit Kraulen“, werden sich die meisten denken, zumal Kollegen behaupten,  dass „Anfänger noch nach Monaten nach einer Bahn außer Atem sind!“
Bei Karin war es aber anders, ein Selbstläufer, Karin wollte aber auch, im Prinzip musste ich nicht mehr viel machen.
Als Coach braucht man Leute, die das auch annehmen, die man nicht zum Training tragen muss, die einfach machen und wo Triathlon nicht irgendwo unter ferner liefen der Prioritätenliste steht.
Das hat sich auch später beim Coaching gezeigt: Wille ist da, Disziplin ist da und am allerwichtigsten: Motivation ist da!
Ein dankbarer Fall für einen Trainer!
Was dabei aber auch gesagt werden muss: bei mir darf man auch trainieren und man darf sogar allein ohne Aufsicht trainieren und die Zeit wird nicht mit Gimmicks wie z.B. dem Erlernen der Rollwende oder stundenlangem Beinschlag verplempert.
Karin konnte also recht schnell ordentlich kraulen, stand im September schon am Start bei ihrem 1. Triathlon.
Irgendwann fiel die Entscheidung im Juni 2018 im Kraichgau teilzunehmen. Wenn man mich gefragt hätte, hätte ich abgeraten, denn bei dem nicht vorhandenen Background war das ein riskantes Unterfangen, zumal das Rennen Anfang Juni sehr früh liegt, nicht einfach ist und man bis dahin in Deutschland nicht unbedingt mit viel gutem Wetter rechnen muss.
Karin und Christian haben es dann zunächst mit einem dieser Halb-Ironman-Trainingspläne über 8 Wochen aus dem Netz probiert, das Übliche halt: Jede Menge Abwechslung, jede Menge hipper und neuer Methoden, sweet spot, Hit, HITT, super periodisiert, was dann leider oft dazu führt, dass man in der dicksten Regenperiode die höchsten Umfänge hat usw., – der gemeine Triathlet ist zufrieden, kommt allerdings kaum vorwärts.
Der ein oder andere fragt sich in dem Zusammenhang vielleicht, warum ein Thomas Hellriegel vor über 20 Jahren auf keinen Fall schlechter war als die heutige Weltspitze, wenn sich die Trainingswissenschaft doch so enorm weiterentwickelt hat. Hell on Wheels wird eine Ahnung haben, ich auch.
Das funktioniert also leider nicht so gut mit den Trainingsplänen, was man auch am PMC erkennen kann: seit dem 29.10.2017 wird Karin von mir trainiert und beraten.
Karin PMC Performance Management Chart bis Kraichgau
Karin PMC Performance Management Chart bis Kraichgau

Das Rennen

Vorbereitung also sehr gut, wesentlich besser, als man es erwarten konnte!
Perfekt vorbereitet ist man nie, aber für 7 Monate Vorbereitung ist aus meiner Sicht ein Maximum erreicht worden.
„Leider gibt es kein Patentrezept und keine Standardformeln, mittels derer sich die perfekte Pacing-Strategie errechnen ließe.“ So das Fachmagazin, aus meiner Sicht auch etwas dünn mit der Headline „DAS RICHTIGE PACING AUF DER MITTELDISTANZ“ aufzumachen und dann nur Allgemeinplätze zu verteilen.
Dass richtige Pacing entscheidet letztlich, Training ist nur ein Bruchteil, u.a. auch daher mein Motto „mehr als ein Plan“.
Karin Laufen Kraichgau 2018
Karin beim Ironman 70.3 Kraichgau 2018
Form im Kraichgau war also da, wir haben ganz bewusst etwas früher rausgenommen, um wirklich erholt am Start zu sein.
Das ist auch das, was ich garantiere: eine deutlich höhere Leistungsfähigkeit und damit erst mal bessere Voraussetzungen für die Rennen.
Ich garantiere keinen Erfolg im Wettkampf, denn zu viele Dinge können im Triathlon schiefgehen.
Man denke nur daran, wie viele Marathons daneben gehen, obwohl man da eigentlich nur an Punkt A losrennen und an Punkt B ankommen muss.
Oder an die Finisherquote von sehr gut vorbereiteten Profis bei Ironman-Rennen, die alles andere als hoch ist.
Trotzdem versuche ich mich natürlich darum zu kümmern, dass es auch im Rennen klappt und da gibt es aus meiner Sicht kein besseres Hilfsmittel als Bestbikesplit.

„Ich hab dich – mal wieder – für sehr optimistisch gehalten als du mir die Radprognose geschickt hast.“

Bestbikesplit Karin Wisselinck
Bestbikesplit Karin Wisselinck
Karin hatte lange Bedenken, dass Sie den Cut-Off nach dem Radfahren nicht schaffen würde. Als Rookie ist das verständlich, war aber völlig unbegründet.
Das konnte man vorher sehr sicher mit der Prognose von Bestbikesplit sagen. Klar ist aber auch hier, dass die Prognose nur so gut sein kann wie die Einstellungen, die man zuvor vorgenommen hat und die sind umfangreich.
Wenn Rollwiderstand, Aerodynamik, ftp und Strecke falsch eingeschätzt werden, kommt natürlich auch nur Nonsens heraus.
Die Rennen werden durch eine umfangreiche und lange Vorbereitung gewonnen, aber oftmals am Wettkampftag verloren. Ist mir selbst oft, viel zu oft passiert, heute sind die Möglichkeiten zum Glück anders.
Die Rennen verlaufen durch eine zu hohe Intensität am Anfang schlecht oder zumindest nicht optimal.
Wenn man dann einen unabhängigen Berater von außen hat, der einem sagt, dass man einfach nur xy Watt über die Wettkampfstrecke treten kann, ist das ganz klar von Vorteil. Bei kurzen Rennen ist das noch kein Drama wenn man zu hart angeht, auf Langdistanz aber schon. Das Üble ist ja: geht man zu schnell an, dann ist man im Endeffekt nicht nur langsamer, man leidet auch viel mehr!
Karin Wisselinck Trainingpeaks Kraichgau 2018
Karin Wisselinck Trainingpeaks Kraichgau 2018
Interessant dabei ist noch, dass Karin keine „kardiale Drift“ aufzuweisen hat, d.h. das Verhältnis Puls-Leistung ist konstant geblieben.
Der Rest ist dann von meiner Seite aus schnell erzählt, perfekte Einteilung auf dem Rad und auch beim Schwimmen, sehr gute Vorbereitung, es war vorhersehbar, dass sie dann auch noch gut laufen würde.
Karin Rad Kraichgau 2018
Karin beim Ironman 70.3 Kraichgau 2018: Aerodynamisch ist  noch etwas Luft, Rahmen aus meiner Sicht etwas zu groß, für das 1. Jahr aber super
Rennbericht von Karin:
„Schwimmen: hab mich in Gruppe 35-40min eingeordnet, hab lang gezweifelt, war dann aber völlig ok. Bin ganz gut gestartet, hab aber nach 10m gemerkt, dass ich in all der Aufregung vergessen hatte meine Uhr zu starten. Das war dann blöd, weil mich das leider aus dem Konzept gebracht hat und das dann doch leider wieder zu einer kleinen Panik geführt hat. Hab ich aber diesmal ganz gut in den Griff bekommen und bin zwar erst mal langsam aber immerhin weiter geschwommen. Nach einer Weile war es dann völlig ok. Dranhängen konnte ich mich irgendwie nirgends. Hat nicht geklappt. War zwar doof wg. Wasserschatten aber sonst kein Problem. Konnte mich super orientieren und hab ein paar mal gedacht ich hätte eine Boje verpasst oder so, weil ich teilweise relativ alleine den direkten Weg geschwommen bin, die Masse hat da immer so komische Bögen gemacht, die sind bestimmt auch mehr geschwommen als ich… 
Radeln: du hattest natürlich mal wieder Recht… also ehrlich, ich hab dich – mal wieder – für sehr optimistisch gehalten als du mir die Radprognose geschickt hast… war unterwegs völlig überrascht, dass das ja echt fast auf die Kommastelle genau gepasst hat. Echt sehr krass… und mehr als zufrieden und happy darüber – hätte ich mir so nie zugetraut und wäre auch bestimmt langsamer unterwegs gewesen. Auf der Gerade und bergab hab ich scharenweise überholt und zum Schluss sogar bergauf … bin immer noch völlig sprachlos darüber und weiß nicht so genau wo das jetzt her kam… Ach so… hab die übrigens das cheat sheet von bestbikesplit mir noch ganz klein abgeschrieben und auf den Radcomputer geklebt. Das war va in der ersten Hälfte extrem hilfreich! die Esserei ging übrigens fantastisch! Hab nur unsere sensationellen Dattelbällchen und zwei Gels gegessen, dazu Elektrolyte. Das hat mir auch völlig gereicht… 
Laufen: die ersten 10km waren völlig ok, erst bei um die 15 km wurde es mal bisschen schwieriger aber das ging dann schnell wieder vorbei. Hatte mir vorgenommen durchzulaufen und nicht zu gehen und hab das auch geschafft, bin nur zum trinken ein paar Schritte gegangen… krass fand ich, dass ganz viele fix und fertig schon mit dem Laufen angefangen haben… bestimmt 70-80% sind immer wieder zwischendurch gegangen, das war beinahe mehr eine Wanderung als ein Lauf… die Hitze hat mir heute gar nichts gemacht, hab den Dreh jetzt raus 😊 und meine neuen Schuhe sind dann jetzt auch eingelaufen 😂“
Besten Dank für das Vertrauen, Karin!

Karin ist Athletin 1 aus dem Video vom Winter
Karin und Christian beim Ironman 70.3 Kraichgau 2018
Karin und Christian beim Ironman 70.3 Kraichgau 2018

Christian Wisselinck beim Ironman 70.3 im Kraichgau: „Meinst du wirklich, dass das drin ist?“

Christian Rad Kraichgau 2018
„Meinst Du wirklich 2:53, ist das wirklich drin?“
So die Frage von Christian, nachdem ich ihm die Rennprognose für den Ironman 70.3 im Kraichgau geschickt hatte.
Ja, es war drin und ist dann auch mit einem Startplatz bei der Ironman 70.3 WM in Südafrika belohnt worden.

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Rapha Festive 500 auf Strava

Frohe Weíhnachten!

Sports Technology Darling Strava hat einige motivatonsfördernde Dinge im Angebot, aktuell gibt es die Herausforderung Rapha Festive 500, dort sollen vom 24.12. – 31.12. 500, am besten so viele Kilometer wie möglich gefahren werden. Ob man durch diese Aktionen schneller wird, kommt auf den Einzelfall an. Generell gilt das Motto „mehr Training – mehr Leistung“, aber bei sehr vielen Randonneurs kann die Leistungssteigerung schon mal ausfallen. „Rapha Festive 500 auf Strava“ weiterlesen

Steffens Saisonrückblick 2017: 2 Ironman innerhalb von 8 Wochen!

Cologne Triathlon Weekend Köln Bike 2017
Wer die Ergebnisse des Ironman Hawaii seit vielen Jahren verfolgt, dem fallen immer wieder sehr krasse Zeitunterschiede auf. Die Spitze ist fast genauso schnell wie bei anderen Rennen, aber viele sind eine Stunde und mehr langsamer als beim Rennen daheim. Da gibt es natürlich eine ganze Reihe Gründe und das sind nicht nur der Wind und die Luftfeuchtigkeit.

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