Kraulkurs für Anfänger bei KRAULEN.ORG: …viel mehr geht nicht!

Der Kraulkurs für Anfänger mit Kraulen.org, kurz zum Ablauf:

In vielen Kursen wurde und wird noch heute zunächst mit der Beinarbeit begonnen. Das ist nicht schlecht, wenn man den Beinschlag gut beherrscht, allerdings ist man dann zunächst einige Stunden mit dem Beinschlag und später auch der Wasserlage beschäftigt, kann bis dahin noch keine einzige Bahn kraulen. Wenn es dann mit dem Kraulen halbwegs klappt, ist das Problem, dass man meist nur anaerob kraulen kann, d.h. man kommt in eine Sauerstoffschuld, wird kurzatmig und kann nur für sehr kurze Zeit kraulen. Nach einer Bahn ist dann oft Pause, und das nach einigen Stunden Training – es gibt sogar vermeintliche Top-Schwimmtrainer, die das nach einigen Monaten noch für normal halten.

Ich finde, das kann so nicht sein, das kann auch für die Motivation nicht gut sein. Deshalb läuft der Kurs bei mir genau andersherum. In der 1. Stunde wird zunächst die Atmung gelernt, das ist bei manchen keine große Sache, bei einigen aber auch durchaus komplizierter. Entscheidender Punkt ist, dass man unter Wasser ausatmen kann, und zwar am besten durch Mund und Nase gleichzeitig, über Wasser jedoch nur durch den Mund einatmet. Funktioniert die Atmung und ist die Wasserlage stabil, dann ist das Schlimmste schon überstanden.

Die Stabilisierung der Wasserlage erfolgt mit Hilfe eines Pullbuoys, mit dessen Hilfe sind dann spätestens am Ende der 2. Stunde alle in der Lage auf der Bahn zu kraulen. Bei vielen funktioniert das auch schon am Ende der 1. Stunde.

Die 1. Stunde ist im Kurs also für alle Teilnehmer gleich. Da die Lernfortschritte aber meist sehr unterschiedlich sind, versuche ich die nachfolgenden Stunden so individuell wie möglich zu gestalten und jedem Teilnehmer, jeder Teilnehmerin eigene Aufgaben zu erteilen. Das hat u.a. den Vorteil, dass „talentierte Teilnehmer“ schneller vorwärts kommen, die „schwierigen Fälle“ aber auch nicht durch den Rost fallen.

Bei dem individuellen System ist es auch kein Drama, wenn man eine oder auch mehrere Stunden fehlen sollte. Wer einmal fehlen sollte, bei dem wird in der darauffolgenden Stunde da weitergemacht, wo man stehengeblieben ist. Es läuft also nicht so, dass, wie vielleicht in anderen Kursen, in der 4. Stunde dieses, in der 5. Stunde jenes für alle zusammen gelehrt wird. Zusätzlich ist es so auch möglich, Fehlstunden an einem anderen Wochentag bzw. in einem anderen Kurs nachzuholen.

Kraulen in Frankfurt und Umgebung
einige unterschiedliche Pullbuoys im Kurs, hier der Pro von Madwave

Videoanalyse

Je nach Verlauf des Kurses werden die Teilnehmer dann ab etwa der 4. Stunde zusätzlich mit Videoaufnahmen unterstützt. Jeder bekommt die originalen Videos und ein Video mit einer Erklärung, was als nächstes zu tun ist. Anhand der Videoaufnahmen wird dann das weitere Vorgehen festgelegt. So sieht die Analyse dann in etwa aus, die Triathletin im Video hat das Kraulen bei mir nach dieser Methode im Alter von 21 Jahren gelernt:

Technik vs. Kondition

Mein Anspruch ist es, dass die Teilnehmer meiner Kurse am Ende schneller und ausdauernder schwimmen als die Teilnehmer aller anderen Kurse. D.h. wer bei mir ist, der sollte das Maximale aus seinen individuellen Möglichkeiten herausgeholt haben und besser kraulen als wenn er an einem anderen Kurs teilgenommen hätte. Jetzt gibt es natürlich immer wieder den Anspruch, dass man gar kein Leistungssportler werden, sondern nur die Technik gut können will.  Da muss man aber realistisch bleiben, die Technik können nur die Leute gut beherrschen, die viel trainieren. Außerdem ist jedes konditionelle Training auch ein Techniktraining, denn nur wenn man eine Bewegung immer wieder durchführt, kann sich diese irgendwann automatiseren.

Dazu kommt ein weiterer, oft entscheidender Effekt. Je schneller man schwimmt, desto besser wird automatisch die Wasserlage. Die Wasserlage hängt von vielen Faktoren ab, Position des Kopfes, Rumpfmuskulatur, Körperzusammensetzung, Position der Arme, Konzentration und auch dem Beinschlag. Der Beinschlag hat jedoch einen wesentlich geringeren Anteil an der Wasserlage als oft angenommen. Der Rückschluss „guter Beinschlag – gute Wasserlage“ ist also auf keinen Fall gerechtfertigt. Vielmehr ist es so, dass der Beinschlag immer, auch bei sehr guten Schwimmern, überproportional viel Sauerstoff benötigt. D. h. es ist auf keinen Fall ökonomisch mit einem sehr starken Beinschlag zu schwimmen.

Egal, was man jetzt als oberstes Ziel hat: möglichst erholt sein nach dem Schwimmpart beim Triathlon, über eine möglichst schöne Technik verfügen, ganz locker und entspannt zu kraulen usw.: Im Endeffekt muss man für alle diese Ziele das Gleiche tun, nämlich seine aeroben Fähigkeiten verbessern. Dafür sollte man regelmäßig schwimmen und das möglichst viel. Deshalb gibt es in meinem Kurs insbesondere in der 2. Hälfte diverse Pläne mit ansteigendem Schwierigkeitsgrad, die es abzuschwimmen gilt. Die im Schnitt 1500m werden, wie sich in den bisherigen Kursen gezeigt hat, dann mit Pullbuoy von fast allen Teilnehmern problemlos absolviert. Es ist dann auch möglich, deutlich mehr Bahnen ohne Pullbuoy zu schwimmen, was auch eine Folge der deutlich höheren Schwimmgeschwindigkeit ist, wobei Männer mit der Wasserlage immer größere Probleme haben werden als Frauen.

Trainingsplan Kraulen Frankfurt, Maintal, Hanau
ein oft benutzter und daher schon etwas zerknautschter Standard-Trainingsplan, wird meist in der 5. – 8. Stunde geschwommen

2 Antworten auf „Kraulkurs für Anfänger bei KRAULEN.ORG: …viel mehr geht nicht!“

    1. Besten Dank, Frau Karollus!

      Momentan läuft der 31. Kurs für Einsteiger, bis jetzt hatte ich einen einzigen Teilnehmer, der es nicht gelernt hat. Der konnte aber gar nicht schwimmen und hätte daher Einzelstunden benötigt. Vielleicht 80-90% kraulen am Ende der 1. Stunde mit Pullbuoy auf der Bahn.
      Ist trotzdem oft kein Selbstläufer, durch unterschiedliche körperliche Verfassung, Beweglichkeit, koordinative Fähigkeiten und Körpermassenverteilung ist jeder Fall anders und muss individuell betrachtet werden.
      Das System habe ich mir selbst ausgedacht, steht so meines Wissens nach in keinem Lehrbuch. Bei Kindern kann man mit der herkömmlichen Methode noch gut klarkommen, bei Erwachsenen aus meiner Sicht nicht. Die Teilnehmer, die zuvor schon mal in einem anderen Kurs waren, wissen, dass mein System besser ist….

      Schöne Grüße, Peter

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