…49,50…Goldener Ironman in Calella: Die Hawaii-Quali ruft….

Sonntag geht’s also wieder los, der Ironman Barcelona. Dianas 15. und mein 35. Start über die Mörderdistanz. Wieder mal Zeit für eine Bilanz.

Okay, so wie das Rennen bei 2400 gemeldeten Teilnehmern verlaufen wird, ist Pathos ohnehin nicht angebracht. Mit viel Windschatten und erholt loszulaufen nimmt dem ganzen Ding etwas die Härte. Aber manchmal hab ich mich schon gefragt: „180km Einzelzeitfahren und dann einen Marathon laufen, das ist wirklich der Wahnsinn, der absolute Wahnsinn!“ Insbesondere die ersten Kilometer waren für mich oft die Hölle auf Erden. Ja, zum Schluß wird es immer hart, logisch. Aber wenn man völlig im Eimer auf km1 zuläuft, dann hat das eine andere Qualität. 

Hawaii-Quali ein Witz

Wer mich kennt, weiß: das mit der Hawaii-Qualifikation ist natürlich ein Witz, zuviel Pathos, zuviel Kommerz, einfach viel zu teuer, auch da kein faires Rennen, ich muss da nicht unbedingt hin! Für Barcelona stellte sich jetzt aber die Frage wie ich mich noch einmal motivieren kann, denn irgendwann kommt man beim Marathon an den Punkt, an dem man nur noch ins Ziel will und einem die Zeit relativ egal ist. Das ist natürlich nicht so gut, deshalb muss man irgendetwas haben, was einen antreibt. In diesem Fall muss also die Hawaii-Quali herhalten, 50 Plätze gibt es, d.h. in meiner Ak vielleicht 5, ein scheinbar machbares Ziel, bei dem ich aber schon ein gutes Rennen abliefern und bis zum Schluss kämpfen muss!

Der Wille wird überschätzt

Außerdem: ich glaube schon, dass ich bis einschließlich 2012 die Hawaii-Quali immer geschafft hätte, zwar stehen manchmal Endzeiten, mit denen ich die Qualizeit verpasst hätte, aber ich hatte bisher nie das Ziel Qualifikation. D.h. ich bin fast immer mit dem Ziel „neue Bestzeit“ bzw. unter 9h ins Rennen gegangen und das erforderte immer eine Radzeit von 4:50h, denn schneller als 3:10h würde ich kaum laufen können.  Ja, die Taktik war ein Fehler, ein Fehler war sicher auch, die Lücke beim Schwimmen nicht frühzeitig geschlossen zu haben. So war ich, insbesondere in Frankfurt, doch oftmals nach dem Schwimmen irgendwo im Niemandsland zwischen der Spitze und dem sich formierenden „Kona-Express“. Ein Tiefpunkt war 2005 erreicht, als ich völlig allein immerhin bis auf Rang 19 vorgefahren und am Ende nicht mal mehr unter den ersten 100 war.  Danach hab ich 2 Jahre nicht mehr wirklich seriös trainiert. 2005 waren sicherlich so einige Dinge, die im Rennen zusammenkamen, letzten Endes hat bei diesen Rennen auch der absolute Wille gefehlt, für eine 9:30h wollte ich nicht leiden. Dennoch, der Wille beim Ironman wird überschätzt. Sicher ist das nichts für Weicheier, aber wenn die Glykogenspeicher leer sind, dann hilft auch der Wille nur noch begrenzt, nämlich insofern, dass man ein Rumpeltempo beim Puls von 120-130 ohne Gehpause ins Ziel bringen kann. Aber ein energetisches Defizit mit unbändigem Willen auszugleichen ist nicht möglich!

Zumindest dieses Rumpeltempo hab ich bis 2012 meist gehalten, erst als ich mir im August 2012 ein Knochenmarködem im rechten Sprunggelenk zugezogen habe, ging es völlig bergab. Leider hab‘ ich das Problem immer noch nicht beseitigen können, konnte im August aber erstmals wieder einen Monat durchlaufen.

Tja, Barcelona, das Rennen ist in Calella, gleichzeitig ist aber auch der Garmin Barcelona Triathlon. Die Laufstrecke wird mind. 1,5km zu kurz sein, Radstrecke extrem schnell, beim Schwimmen weiß man es nicht. Irgendwie ist das auch alles nicht so wichtig. Dennoch, vielleicht läuft es mal nicht so schlecht und ich höre mich, soviel Pathos muss sein, beim Laufen sagen: „Venga, Venga Campeón!“

Ironman Zwischenbilanz Peter Schneider
Ironman Zwischenbilanz Peter Schneider

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