11. Internationaler Twistesee-Jedermanntriathlon am 13.07.1997

Der Arolser Twistesee-Triathlon in den 90er Jahren:

Am Samstag fand immer das Rennen über die Kurzdistanz 1,5-42-10 statt, am Sonntag der Volkstriathlon. Ich war bereits von 1992-1994 dort gestartet. Irgendwie war aber immer klar, dass Triathlon wegen dem Schwimmen nichts für mich ist.

Ich war nie in einem Schwimmverein, habe erst mit 10 Jahren Schwimmen im Dodenauer Freibad gelernt. Natürlich Kraulen, denn Kraulen ist der einfachste Schwimmstil. Das habe ich auch nie forciert und ich hatte auch in der Schule nie Schwimmen. Die Phase der besten koordinativen Lernfähigkeit war also vorbei.

Mit 16 begann ich durch eine Verkettung unglücklicher Umstände eine Ausbildung zum mittleren Polizeivollzugsdienst im BGS und auch dort habe ich nur widerwillig das Schwimmen absolviert, um nicht zu sagen, dass ich regelrecht Angst vorm Schwimmen hatte, was aber möglicherweise nicht alles mit dem Schwimmen selbst, sondern eher mit der Brüllerei in diesem Verein zu tun hatte.

Ich besaß noch nicht mal eine Brille und hatte daher auch brennende Augen vom Chlor, die Beziehung zum Element Wasser war also nie wirklich gut.

 

Triathlon 90er Jahre. Twistesee Bad Arolsen Wetterburg Peter Schneider
die ersten Meter nach dem Wechsel – bald danach ging’s auf der alten Strecke steil bergauf…

1997-07-13 Twistesee Jedermanntriathlon

Beim Volkstriathlon 1997 wurde ich dann 2. Gesamt, im Spint auf der Zielgeraden verloren.

Wenn ich das Bild mit den damals oft üblichen schweren Laufschuhen sehe (Reebok Voodoo, denke ich), dann wäre der Sieg schon allein mit Tanka-Verschlüssen drin gewesen. Neoprenanzug besaß ich keinen, das war auch bei dieser kurzen Distanz ein rennentscheidender Nachteil.

Auf der Ergebnisliste sieht man aber meine handschriftliche Eintragung, die letzten Endes für den Wechsel zum Triathlon ausschlaggebend war. „Rad 1., Lauf 19., Schwimmen 18.“ Ich war im Schwimmen also wesentlich besser als gedacht, und das mit bescheidener Vorbereitung.

Arolsen Jedermann-Triathlon
Arolser Volkstriathlon 1992
Jedermantriathlon Twistesee 1994
Jedermantriathlon Twistesee 1994

Die lange Geschichte hatte ich schon einmal veröffentlicht, hier noch einmal ein Auszug:“

…Im Frühjahr 1997 war ich dann körperlich wieder gut drauf, machte aber nach wie vor eklatante Fehler in der Wettkampfplanung, beispielsweise fuhr ich am Samstag in der Nähe von Nürnberg ein Kriterium, war natürlich ohne jede Chance und kam noch nicht mal ins Ziel.  Meine sehr guten Möglichkeiten am nächsten Morgen beim mittelschweren Straßenrennen in Saulheim hatte ich damit zerstört, denn natürlich hatte ich Beine wie Blei und konnte nur im Feld mitrollen. Eine Parole dieser Zeit war „Rennkilometer sammeln“. Dass es für mich als Straßenfahrer kontraproduktiv war, auf sehr eckigen Kursen mit sehr vielen Antritten mitzufahren, das habe ich entweder nicht gewusst oder ich habe nicht weiter nachgedacht.

Wie verheerend sich kurze und daher vermeintlich leichte Belastungen auf anderem Terrain auswirken würden, erfuhr ich dann den Rest des Jahres, denn für die Einstellungsprüfung für die Sportlehrerausbildung in Trier wurden von mir entweder 13,2sec über 100m oder 5m im Weitsprung verlangt. Das war sogar noch etwas höher formuliert als bei der Prüfung in Köln, lag vermutlich daran, dass der Professor 1952 als Sprinter in Helsinki dabei war. Ich meldete mich im Frühjahr also beim Sportabzeichentreff jeden Mittwoch in 7 km Entfernung an, fuhr mit dem Rad hin und zog mir prompt eine Zerrung zu. Leiter hatte man bei der Leitung der Ausbildung nicht wirklich Verständnis dafür, dass man als hochspezialisierter Leistungssportler nicht alles gut kann und auch das Argument, dass 13,2 über 100m und 5m im Weitsprung das Gleiche sind, half mir nicht weiter. Wer die 13,2 nicht rennen kann, der wird auch die 5m kaum schaffen, ganz klar….

Die nächsten Wochen lief ich die 7 km zum Sportabzeichentreff und von da natürlich auch wieder zurück, um meine Muskulatur mehr ans Laufen zu gewöhnen. Eine unorthodoxe Art des Warmmachens. Ich glaube, die älteren Herren aus der Leichtathletik hielten mich nicht nur deshalb für einen hoffnungslosen Fall, denn ich lief nie unter 14sec und den Balken beim Weitsprung traf ich auch nie. Das änderte sich erst nach einer Pressemeldung über den „Twistesee-Jedermanntriathlon“ vom Juli 97.

Und jetzt: Triathlon

Die Saison auf dem Rad konnte ich durch diese Umstände knicken, daher nahm ich spontan am Volkstriathlon am Twistesee teil. Ein Freund rief mir nach 3km auf der Laufstrecke vom Rand zu: „Peter, Du liegst in Führung, es geht um den Sieg.“ Das hatte ich nicht wirklich ernst genommen, denn ich lief ja direkt hinter dem 1., dazu hatte mir mein Freund auch vorher schon eine falsche Info gegeben. Und überhaupt, die Siegerzeit des Vorjahres war so um 1:10h, heute waren wir auf Kurs 1:12h. Ich war also sicher, dass der Sieger aus der 1. Startgruppe kommen würde und ich hier nur noch um den Sieg in der 2. Startgruppe, vielleicht den 7. oder 8. Platz in der Gesamtwertung laufen würde. Ich war dann nur erstaunt, welchen Kampfgeist der Nachwuchsathlet aus dem HTV-Kader auf den letzten 500 Metern entwickelte.

Ich wurde 2. Gesamt, Schade, aber ich hatte einen neuen Streckenrekord auf dem Rad gefahren und beim Schwimmen über 500m ohne Neoprenanzug nur 3min auf die Spitze, die mit Neo schwamm, verloren. Das war ein starker Hinweis, denn ich hatte mit wesentlich mehr Rückstand gerechnet. Meine Ausrede, „ich kann kein Triathlon machen, weil ich das mit dem Schwimmen nicht geregelt bekomme“, sollte fortan nicht mehr gelten. Zur Vollständigkeit: Auf dem Rad montierte ich wohl wieder den Bügel aus dem Baumarkt und bekam vom Händler einen Mavic Pro-Laufradsatz mit „Pariba Evolution“ geliehen.

 

Bei der Aufnahmeprüfung lief ich dann 100m mit geliehenen Spikes in etwa 13,6sec, meine ich. Im 3. Versuch im Weitsprung traf ich den Balken, sprang über 5m, das erste und letzte Mal in meinem Leben.

Im Juli/August hatte ich wieder massive Sitzprobleme, mir wurde erklärt, dass ich nie wieder problemlos Rad fahren könnte und wurde ambulant operiert. Wieder eine Zwangspause auf dem Rad, Anfang August 1997 war die Entscheidung daher gefallen, ich mache Triathlon, natürlich Ironman! Im September lief ich am Edersee einen Marathon auf schwerer Strecke in 3:07h, im Oktober in Frankfurt eine 2:59h, im November noch den Advents-Wald-Marathon in Arolsen in 3:06h.

Im August 1998 stieg ich bei der DM in Kulmbach, dem „Ironmönch“, als 13. vom Rad und rettete als 20. Gesamt immerhin noch eine 9:14h ins Ziel….“

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